Etwas zu kurz gedacht, Herr Gniffke
December 30, 2009 by flashofgenius
Der gute Herr Gniffke hat sich in seinem Blog darüber ausgelassen, warum er die ganze Aufregung um die ARD iPhone App nicht nachvollziehen kann und glaubt nun wahrscheinlich, damit wäre von seiner Seite alles gesagt.
Meiner Meinung nach lässt er die Kerneinwände außen vor.
Zum einen hält er offenbar die Verbreitung der ARD Nachrichten über andere Kanäle als das Fernsehen für notwendig, um Grundversorgung zu gewährleisten, während sich trefflich darüber streiten lässt, was Grundversorgung überhaupt bedeutet und ob die ÖR nicht mit den diversen Spartenkanälen weit über das Ziel hinausgeschossen sind.
Für mich bedeutet Grundversorgung, dass ich halbwegs neutrale Nachrichten über einen etablierten Kanal zur Verfügung gestellt bekomme, nicht einen 7.9 Milliarden teuren Medienmolloch mit X Unterkanälen zu finanzieren, die auch gerne im Pay TV ihren Platz finden könnten.
Zum anderen unterlässt er es zu erläutern, warum es ok ist sich mit einem eher fragwürdigen Angebot in eine vorhandene Infrastruktur zu drängen und dann den Leuten, die sich wissentlich und absichtlich keine Rundfunkgeräte angeschafft haben, zusätzliche Gebühren aufzubrummen für eine Leistung, die sie gar nicht wollen und – womit wir wieder beim Umfang der Grundversorgung wären – die auch (meines Erachtens) nicht nötig wäre.
Bildungsauftrag bedeutet für mich, dass ich wichtige Neuigkeiten über einen etablierten Kanal wahrnehmen kann(!) nicht muss und auch nur dann, wenn es mich interessiert dafür zahle. Wenn ich mich aber diesem Kanal entziehe, indem ich kein Rundfunkgerät anschaffe, dann will ich nicht plötzlich für einen PC oder ein internetfähiges Telefon zahlen müssen. Ich will nicht, dass mir der Bildungsauftrag mit zig Milliarden hinterher getragen wird, wenn ich ihn nicht annehmen möchte.
Aber gut, vermutlich ist es dem Mann nicht eingefallen eine Diskussion über seine Karrieregrundlage anzuzetteln. Verständlich.
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